Archive for the ‘Semester Sofia’ Category

Das Bier der Franzosen

Wie allgemein bekannt, ist der Wein das Nationalgetränk der Franzosen (oder wenn es etwas edler sein darf, der hier im Vordergrund stehende Champagner). Jeder Supermarkt hat ein weitreichendes Angebot, wo sich, wie bei diesem Fachgeschäft, eine Weinflasche an die andere reiht. Kein Wunder, denn auch die Nachfrage ist groß. Hier wird bereits beim Mittagessen, beim Geschäftstreffen oder anderen Anlässen, sprich lange vor dem Feierabend, zu einem Gläschen Wein gegriffen. Am meisten überrascht aber der Blick in die Getränkekarten der hiesigen Bars und Restaurants. Vom Espresso abgesehen ist des öfteren ALLES (ja, auch Wasser), teurer als ein Glas Wein. Sprich, auch als Nicht-Franzose wird man hier quasi automatisch zum Weinliebhaber;-)

 

Das Abschiedsfoto

Abschied nehmen ist nicht immer schön. Besonders wenn einem eine Stadt wie Sofia so sehr ans Herz gewachsen ist. Heute morgen, 6 Uhr Ortszeit, ging mein Flieger Richtung Heimat und es hieß "tschüß sagen", zu einer wundervollen Stadt. Danke Sofia, für 4 Monate voller schöner, inspirierender und überraschender Erlebnisse. Ich werde wiederkommen, versprochen! Und dann werde ich, wie bei meinem Abschiedsfoto, neben Vater und Sohn Slaveykov sitzen und in Erinnerungen schwelgen. Nach einem kurzen Stop in Deutschland beginnt jetzt aber erstmal ein neues, sonniges Semester an der Cote d'Azur, genauerer gesagt in Nizza. Den täglichen mediterranen Wetterbericht( ;-) ) und die visuellen Highlights zu gibt es ab 15.2. an dieser Stelle zu sehen.

Dauerwerbung für Chupa Chups

Das nenne ich dauerhafter Werbeeffekt: Ich weiß nicht, wie lange dieses Haus schon so in Sofia steht, aber jeder Sofioter hat es wohl im Gedächtnis und damit auch die Werbebotschaft der bekannten Lutscher-Marke. Mir stellt sich nur die Frage, ob der abblätternde Putz und die Brennstellen am unteren Ende der Hauswand der Werbebotschaft so zuträglich sind.

Eiskunst an den Bäumen

Schon seit einigen Tagen ist in Sofia der Winter zurückgekehrt. Aber heute war es irgendwie besonders kalt, was vielleicht auch daran lag, dass Sonja und ich nochmal ausgiebig durch die Innenstadt gebummelt sind. Auf unserem Spaziergang entdeckte ich mal wieder eine ungewöhnliche Eiskreation. Ganz in der Nähe eines Gebäudes stand ein Baum, von dem ein Teil des Geästs in der hier zu sehenden Art und Weise vereist war. Hui, die Äste sehen regelrecht aus wie Kampfmaschinen, die einem nicht gerade auf den Kopf fallen sollten ;-)

Wegweiser als Werbetafel

Studentski Grad, die Studentenstadt in Sofia, wurde in den 70er Jahren als quasi riesieger Unicampus für alle Unis der Stadt zum Leben und Studieren auf die platte Wiese gebaut. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems hielt aber auch auf diesem Campus der Kommerz einzug. Der Kontrast wird am besten auf diesem Bild sichtbar, wo selbst die Richtungsweiser der Unis als Werbetafel genutzt werden. Aber auch Clubs direkt im Erdgeschoss eines Wohnheimes sind für mich selbst nach einem Semester noch befremdlich.

Auf die Waage vom Großmütterchen

In meinem Fotoordner habe ich noch eine interessante Szene vom Oktober gefunden. In den wärmeren Monaten des Jahres sieht man um den Büchermarkt herum so manche Kuriosität. So auch dieses alte Großmütterchen. Um ihre klägliche Rente aufzustocken, bietet sie die Dienstleistung an, sich wiegen zu lassen. Irgendwie hat diese Art von Kreativität ziemlich viel Charme. Schließlich bettelt sie auf diese Art und Weise nicht einfach, wie es so viele andere tun und der Passant kann auf einen wirklichen Mehrwert zurückgreifen. Ist nur die Frage, ob er beim Shoppen in der Stadt unbedingt sein Gewicht wissen will ;-)

Und im Block 8: Waffen verboten!

Heute gibt es nochmal eine kleine Anekdote über mein Wohnheim, den Block 8. Jedes Mal wenn ich dieses betrete lacht mich dieser lustige "Waffen-verboten"-Aufkleber an. Und gleichzeitig frage ich mich immer wieder: Ist dem, der eine Waffe besitzt und mit sich führt, nicht reichlich egal, was auf irgendwelchen Aufklebern prangert? Wir haben uns mittlerweile schon sehr viele Geschichten zusammen gesponnen, warum es diesen Aufkleber geben könnte. Vielleicht residiert in der 12. (und damit letzten) Etage ja die bulgarische Mafia. Sie parkt hinter dem Wohnheim ihre Autos (da stehen wirklich immer einzelne Autos rum, obwohl da kein offizieller Parkplatz ist) und lassen sich ab und an mal Schnittchen von der Blockbar nach oben liefern (auch das haben wir schonmal beobachtet). Damit es friedlich zugeht, sind Waffen verboten. Hach, wir haben doch wirklich eine blühende Fantasie ;-)

Der letzte Sonntag in Sofia

Ausgerechnet am letzten Sonntag in Sofia kann ich kein klassisches Sonntagsfoto präsentieren. Denn leider habe ich es nicht geschafft, Vater und Sohn Slaveykov nochmal vor die Kamera zu bekommen. Dafür konnte ich bei meinem heutigen Spaziergang in Studentski Grad noch ein interessantes Motiv einfangen. Denn hier in Sofia sieht man auf den Straßen noch des öfteren Pferdewagen herumfahren. Dieser hier wird als Müllsammelwagen genutzt, wie man anhand der Ladung sehen kann. Im Hintergrund links sucht der Besitzer nach brauchbaren Dingen in den großen Mülltonnen. Dieser Anblick gehört in Sofia leider zur Tagesordnung, da hier sehr viele Menschen unter dem Existenzminimum leben. Irgendwie nur komisch, wenn ich mir gleichzeitig das Bild eines Flaschensammlers in Deutlschand vorstelle. Obwohl wir wesentlich wohlhabender sind, wird die Szene eines im Müll suchenden Menschen selbst auf deutschem Boden nicht verhindert.

Die Adlerbrücke – vom Stadtrand ins Stadtzentrum

Heute steht bei meinem Tagesfoto nochmal ein wenig Stadtkunde auf dem Programm. Diese unheimlichen Dinger auf den Brückenpfosten sind Adler und genau nach diesen Tieren ist die Brücke auch benannt: Die Adlerbrücke oder auch Орлов мост. 1891 erbaut, stand diese Brücke noch am Stadtrand von Sofia. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, da sie mittlerweile zum Zentrum von Sofia gehört. So schnell kann eine Stadt wachsen! Und komischerweise scheint diese Brücke auch so bedeutend zu sein, dass es im deutschen (!) Wikipedia sogar einen seperaten Eintrag für dieses Bauwerk gibt. Hmm, naja, für mich ist sie letztlich doch nur eine Brücke über ein viel zu kleines Flüsschen.

Exotische Beleuchtung und Avokado-Salat beim Marokkaner

Das man in Sofia gut Essen gehen kann, habe ich glaube ich schonmal erwähnt. Dabei ist die Auswahl aber nicht nur auf die vielen traditionell eingerichteten (und auch wirklich leckeren) Bulgarischen Restaurants beschränkt. Der aufmerksame Suchende findet auch erstaunlich exotische ausländische Küche wie das marokkanische Restaurant "Annette" (komischer Name, ich weiß). Dort weiß man gar nicht, wo man eigentlich zuerst hinschauen soll - an die Decke mit der tollen Beleuchtung oder auf die Teller mit dem leckeren Essen. Letztlich sollte man sich wohl für die zweite Variante entscheiden. Meine Empfehlung: Der Avokadosalat, dazu Hummus mit warmen Pita-Brot und (!) die selbstgemachte Limonade mit Minze. Hmm, das Wasser läuft in meinem Mund zusammen ;-)