Zum Abschluss: Salsa in Cali

Da unser Rückflug nach Deutschland von Cali aus ging, fuhren wir wieder mit dem Bus zurück in die Millionenmetropole, die den Einen nur vom Cali-Kartell und den Anderen durch Salsa ein Begriff ist. Es wird zwar überall in Kolumbien Salsa getanzt, aber dies ist die unangefochtene Salsa-Hauptstadt des Landes, welche sogar eigene (nur in Cali getanzte) Salsaschritte aufweisen kann. An unserem letzten Abend in Kolumbien, der passenderweise auch noch auf einen Freitag fiel, war daher ein Besuch in einem Salsa-Club Pflicht. Der Salsalehrer unseres Hostels (er gibt jeden Abend eine gratis Salsastunde) empfahl uns das El Rincon de Heberth. In dieser Salsabar sitzt man auf einfachen Plastikhockern unter freiem Himmel und geht zum Tanzen auf die im Inneren gelegene, aber nach außen hin komplett geöffnete Tanzfläche. Das Publikum war angenehm gemischt und nicht so „aufgetakelt“ wie in Cartagena. Neben uns saß eine große, bunt gemischte Truppe, zu der wir uns dazusetzten. Kolumbianer, Deutsche, Amerikaner, ein Neuseeländer und ein Grieche ergaben eine schöne Mischung und alle außer Judith und mir konnten sehr gut Salsa tanzen. Egal. Jeder Mann der Runde forderte mal jede Frau auf, selbst uns Anfänger. Es wurde ein lustiger und tanzinensiver Abend und hätten wir eine Woche oder mehr Zeit für Cali gehabt, hätten Judith und ich uns doch glatt für einen Salsakurs angemeldet ;-) (vom Salsabaend gibt’s keine Fotos, da war ich mit tanzen beschäftigt.)

Cali ist keine Touristenstadt, das merkt man schnell. Es gibt nur sehr wenige bis keine Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss und auch das Stadtbild ist architektonisch sehr gemischt. Alte Gebäude mischen sich mit neuen Klötzen aus Beton und Stahl und dazwischen herrscht ein lautes und quirliges wirtschaftliches Treiben. Nur zwei Dinge ließen uns in Cali mehrfach stoppen. Die, wie schon in Bogota, sehr präsente Vielfalt an Streetart und das sehr ruhige, beschauliche und schon fast dörflich wirkende Kolonialviertel San Antonio.

Streetart als Teil des Alltagslebens an der Bushaltestelle…

… und beim Überqueren der Straße.

Wir schlenderten ausgiebig durch die kleinen Gassen von San Antonio, aßen in einem arg spirituell angehauchtem indischen Kulturzentrum wieder das günstige kolumbianische Mittagsmenü (hier nur natürlich komplett vegetarisch und bestimmt auch ayuvedisch ;-) ) für schlappe 2,50 EUR und ließen unseren die letzten 3 Wochen Revue passieren.

Aber auch am letzten Tag in Kolumbien musste ich noch Neues ausprobieren. Deswegen kaufte ich einem Strassenhändler ein paar Chontaduros ab. Ich bekam die kleinen, orangefarbenen Früchte mit Honig und Salz (die Kolumbianer mögen echt gern schräge Geschmackskombinationen!) gereicht und war gespannt, was mich dort erwartet. Wir setzten uns auf eine Parkbank auf der auch ein älterer kolumbianischer Herr saß. Er sprach uns auf die Frucht an und meinte, dass sie total sättigend sei und dass man nach dem Genuss den ganzen Tag nichts mehr essen muss. Und sie soll aphrodisierend sein. Aha, na dann mal los ;-) Fazit des Geschmacktests: Die Chontaduro erinnert an einen gekochten Kürbis, der sehr mehlig ist. Honig und Salz passen erstaunlich gut dazu, jedoch ist die Frucht jetzt nichts, was ich jeden Tag essen müsste. Naja, und die aphrodisierende Wirkung würde ich jetzt mal noch in Frage stellen ;-)

Den Nachmittag verbrachten wir in einem riesigen Shoppingcenter, um noch Süßigkeiten (vor allem mit Arequipe) und andere Mitbringsel für unsere Familien zu besorgen. Am Abend erhob sich der Flieger schon wieder in Richtung Deutschland, obwohl mein Kopf und noch vielmehr mein Herz noch ganz und gar in Kolumbien waren :-(

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