Valle de Cocora: Nebelwald und gigantische Palmen

Heute stand noch ein letztes Highlight auf unserem Programm – das Valle de Cocora. Nur 30 Minuten Jeepfahrt von Salento entfernt starteten wir unseren ca. 5 stündigen Trek durch das von Wachspalmen bevölkerte Tal. Der Nationalbaum Kolumbiens ragt dort meist einzeln auf der Wiese stehend bis zu 60m (!) in den Himmel und entführt den Wandernden in eine märchenhafte Welt.

Wir starteten unsere Tour aber auf der ein klein wenig unspektakuläreren Seite der Rundtour und wurden die ersten Minuten von diesem zutraulichen Schmetterling begleitet. Er setzte sich wahlweise auf Judith’s oder meine Schulter;-)

Vorbei an Kuhweiden und abermals matschigen Wegen, führte der Rundgang bald wieder in den tiefen Dschungel und in die Nebenwälder des Tals. Hier war es nicht weniger märchenhaft. Moosbewachsene Baumstümpfe, erneut vor Farben nur strotzende Vögel und Schmetterlinge und ein riesiger, umgekippter Baum, desses Stamm als Ersatz für den Wanderweg diente (der stand mehr oder weniger unter Wasser).

Der Pfad führte immer entlang des Flusses, der gleich mehrfach mittels einfachster Brücken wie dieser hier überquert werden musste. Hier trafen wir auf drei französische Touristen, die einen gut gepflegten Schäferhund im Schlepptau hatten. Es stellte sich heraus, dass er ihnen ab Cocora (dem Startpunkt der Tour) gefolgt ist und scheinbar keinen Besitzer hat. Trotz der wackeligen Brücken, in denen nicht selten ein Holztritt fehlte, folgte der Hund erst den Franzosen und dann uns auf Schritt und Tritt. Beim Überqueren des Flusses feuerten wir den Hund wie ein kleines Kind an, da er sichtlich Angst hatte.

Aber nicht nur der Hund musste bei der Überquerung aufpassen. Teilweise bestanden die Brücken einfach aus 3-5 Holzstämmen, die mit einem dicken Draht zusammengehalten wurden (oder eben auch nicht mehr, wie bei dieser Brücke hier).

Nach 2,5 Stunden erreichten wir Acaime, was eigentlich nur ein Haus hoch oben in den Bergen ist. Der Besitzer hat daraus aber ein Kolibriparadies gemacht. Lockt er diese doch mit verschiedensten Tränken (ich vermute, dass es in diesen nicht nur Wasser zu trinken gab), damit der Wanderer die zierlichen Vögel in Ruhe von Nahen betrachten kann. Auch hier entfaltete sich wieder die Farbvielfalt des Dschungels und Judith und ich versuchten die Vögel möglichst nah aufs Bild zu bekommen. Gleichzeitig tranken wir (endlich) unsere erste heiße Schokolade mit Käse, die doch so typisch ist für Kolumbien. Mein Fazit: Da es sich bei dem Käse um eine Mischung aus Feta und Mozzarella handelt, schmilzt dieser nicht in der heißen Schokolade. Letztlich isst man den Käse eher dazu. Naja, ohne Käse geht es auch ;-)

Nun ging es den Berg wieder runter, um gleich darauf noch viel steiler zur Finca la Montana wieder hinauf zu gehen. Dort verweilten wir nur kurz, da die Besitzer nichtmal ein (auch gern gebührenpflichtiges) Klo anboten. Der seicht hinabführende Weg führte uns aber auch zu dem Highlight des Tages: Den tausenden Wachspalmen, die uns ganz, ganz klein wirken ließen.

Bis dahin hatte sich der Himmel ganz schon zugezogen und Nebelschwaden wanderten zwischen den Gipfeln herum. Wunderbar mystisches Wetter, um ganz viele tolle Fotos von den Palmen zu machen und den Ausblick zu genießen :-)

…und noch mehr Wachspalmen…

Mit einem zufriedenen Gefühl nahmen wir wieder den Jeep zurück nach Salento, wobei wir noch an ausgedehnten Avocado-Plantagen vorbeikamen.
Den Abend verbrachten wir in unserer Unterkunft. Wir genossen ein Jamaikanisches Menü (das Hotel bietet jeden Abend ein sehr günstiges Menu unter einem bestimmten (meist Länder-) Thema an). Dort lernten wir das erste Mal in Kolumbien britische Touristen kennen, wobei der eine so herrlich verpeilt war. Er redete immer von seinem nine-to-five-job, obwohl er nur halbtags arbeitet und war die ganze Zeit damit beschäftigt sich zu entscheiden, was er auf seiner 3-wöchigen Kolumbienreise eigentlich sehen will. Eine Woche war schon vorüber und es klang so, als würde er wohl die meiste Zeit nur am überlegen, statt am Reisen sein. Wir genossen die letzten Stunden in Salento, ein Ort, an dem man es echt länger aushalten kann.

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