Tag 39: Bansko – Melnik/ Bulgarien

Am letzten Tag im Gebirge führte unser Weg in die kleinste Stadt Bulgariens - Melnik. Melnik, nicht zu verwecheln mit der gleichnamigen Stadt in Tschechien, zählt aktuell ca. 275 Einwohner und produziert den vermeintlich besten Rotwein im ganzen Land. Zumindest können die ansässigen Winzer schonmal auf eine eigene Rebsorte mit dem Namen Melnik verweisen. Um die Stadt herum erheben sich zahlreiche Sandsteinpyramiden. Fährt man an ihnen vorbei, umgibt einen das stete Gefühl, sie könnten gleich ineinander zusammen brechen und auf dem Auto landen. Trotz meiner unterschwelligen Angst kamen wir wieder heil in Bansko an;-)


Hingegen kamen wir auf dem Weg zum Kloster Roschenski, unweit der Stadt, an einer anderen Kuriosität vorbei. Neben dem Parkplatz für die Klosterbesucher und durch einem Fluß getrennt, steht ein niegelnagelneues Toilettenhäuschen. Generell erstmal nix Ungewöhnliches. Jedoch musste ich schon schmunzeln, als ich das danebenstehende Schild mit der Aufschrift "Gefördert mit Geldern der Europäischen Union" entdeckte.

Auch heute gab der Nebel den Ton an und ließ nur nach und nach einen Blick auf das vor uns liegende zu. Im Dunst sahen wir abseits des Weges die Kirche Kyrill und Methodi. Für alle, die es nicht wissen: Die genannten Gelehrten haben das Kyrillische-Alphabet erfunden. Die Verehrung zu den Beiden, die sonst im ganze Lande spürbar ist, ließ an dieser Stelle eher zu wünschen übrig. Verschlossene Kirchentüren, abgeblätterter Putz, nichtmal ein richtiger Weg zur Kirche waren alles andere als einladende Indikatoren für einen Besuch in dieser Kirche.

Und jetzt mal ein Foto von der Stadt selbst. Dies hier ist ein klassisches Bulgarisches Wirtshaus und eins der wenigen verblieben Häuser in Melnik. Den Titel einer Stadt trägt der Ort nämlich nicht unberechtigt. 1880 zählte die Stadt noch 20.000 Einwohner, nur 1.000 Seelen weniger als Sofia zu dieser Zeit. Während der Balkankriege Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Melnik aber fast vollständig zerstört, sodass es heute nur noch Ausmaße eines kleines Dorfes hat.

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