Tag 34: Smolyan – Shiroka Laka – Stoykite/Bulgarien

Nach dem vielen Städtehopping hieß es nun zum ersten Mal richtig: wandern. Meine Eltern schritten mit schnellem Tempo voran, was ich durch die Zeit mit Sonja (die einen ähnlichen normalen, aber auch mal gemächlichen Schritt wie ich drauf hat) gar nicht mehr gewohnt war. Meine Eltern ließen sich aber nicht beirren und so musste ich meine Geschwindigkeit dann doch anpassen ;-)

Jedoch ließen wir den schönen Ausblick nicht an uns vorbeiziehen, den wir auf dem Weg zu einem kleinen Gebirgsdorf (zwischen Shiroka Laka und Stoykite) hatten. Das Dorf war an sich ziemlich ausgestorben, weswegen meine Suche nach einer kleinen Kneipe (und einer dazugehörigen Toilette) recht erfolglos war. Vor einem Haus saß jedoch ein Rentnerpaar beim Mittag und ich fragte sie mit meinem brockenhaftem Bulgarisch, ob ich bei ihnen die Toilette nutzen könnte. Der Mann schüttelte sofort den Kopf, ich total verwirrt, er sagt noch was mit njama (übersetzt: nicht haben), ich frage nochmal ungläubig njama? und dann winken mich die beiden doch rein. Ich, noch einen Moment verwirrt, hatte dann endlich die Erleutung: Kopfschütteln heißt doch in Bulgarien ja, nicken heißt nein. Innerlich lachte ich mich selbst aus, da mir dieser Fehler immer wieder passiert. Die beiden nahmens locker, ich bedankte mich mehrfach mit "merci" und "blagodarija" und weiter ging's.

Nach 4 Stunden wandern, leicht wackligen Beinen vom Abstieg und fast am Ziel, begegnete uns am Wegesrand noch dieser traurig schauende Esel. Er stand ganz allein auf einer großen Wiese und schaute dem Treiben auf der Straße zu.

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